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Quelle: RNZ

Redakteur: Angela Portner

Artikel vom 21.11.2016


Jahreskonzert 2016 RNZ Bild

Musiker boten filmreife Leistung

Jahreskonzert der Stadtkapelle - von flirrenden Flöten und schluchzenden Klarinetten - Anspruchsvolle Werke gespielt

Eppingen. (apo) Im wahrsten Sinne filmreif präsentierte die Stadtkapelle in der Hardwaldhalle ihr Jahreskonzert. Erstmals saß das Orchester dabei mit den Streichern der "Eppinger Musikfreunde" gemeinsam auf der Bühne. Unter der Leitung von Pascal Morgenstern und Saskia Pasker nahmen insgesamt 100 Musiker rund 550 Gäste mit auf eine facettenreiche Klangreise durch oscarprämierte Filme.

Mit der der Filmmusik zu Harry Potter verzauberte das Jugendorchester zum Auftakt des Abends unter Leitung von Saskia Pasker. Die 32 Nachwuchsmusiker entführten ihre Gäste meisterhaft in eine Fantasiewelt voller spannender Tonpassagen, in denen sich die Klänge zwischen den goldglänzenden Instrumenten zu verfangen schienen, bevor sie gleichsam sanft wieder von tonalen Gegensätzen entwirrt wurden.

Bald darauf schwang sich Tarzan stürmisch in die Ohren der Gäste, die goldglänzenden Instrumente setzten zum Streitgespräch über den Verbleib des Affenmannes an, entschieden sich letztlich aber doch für die romantische Durchsetzung in Liebesdingen. Das Publikum dankte applaudierend und erntete überraschend eine Zugabe, bei der sich auch das Orchester schon einpfeifen, -klopfen und -schnipsen durfte.

Kein schlechter Einstieg fürs kräftezehrende Drachen zähmen in "How to train your dragon" von John Powell. Trompeten takteten den Kampf der Wikinger um die Insel Berk auf, melodisch unterbrochen von versöhnlichen Harmonien einer ungewöhnlichen Freundschaft, die letztendlich verhandlungstechnischen Frieden stiftet.

Nicht weniger dramatisch, schon wegen des Bezugs zur deutschen Geschichte, die Filmmusik zu Schindlers Liste von John Williams. Es war eines von drei Stücken, bei dem sich die Stadtkapelle mit den Musikfreunden Eppingen zu einem Sinfonieorchester aufschloss. Als Solistin brillierte Ivonne Mayer und erntete für ihren feinfühligen Vortrag begeisterten Applaus.

In der Pause wandelten die Gäste neugierig auf dem "Sternenweg". 120 Sterne verkündigten die Namen der Mitwirkenden. Nicht nur die Musiker, sondern alle Helfer des Konzertabends hatte der Verein mit dieser Würdigung bedacht, die nach Ende der Veranstaltung als Erinnerung mit nach Hause genommen werden konnte.

Doch bevor es soweit war, bliesen Streicher und Blechmusiker überfallartig zum "Fluch der Karibik", rebellierten bei der Filmmusik von "Amistad drei Jahre in Afrika" und intonierten düster die Wirkungswelten der der drolligen Hobbits aus dem "Herr der Ringe".

Mit wahrlich kriminellen Spannungskreisen präsentierte die Stadtkapelle die grausamen Machenschaften von Mafiaboss Don Vito Corleone aus dem Film "Der Pate". Tragisch griffen dabei die verschiedenen Blasinstrumente ineinander, erhielten von flirrenden Flöten und schluchzenden Klarinetten Auftrieb, bevor sie Abrupt in der Tragik der filmischen Handlung verstummten. Ohne Musik würden einem Film wichtige emotionale Aussageelemente fehlen. Diese teilweise in sich zu isolieren, wieder zusammenzusetzen und ein musikalisches Gesamtkunstwerk zu präsentieren hatten sich die Musiker bei ihrem Jahreskonzert zum Ziel gesetzt und mit Bravour gemeistert.

Das Publikum folgte dem klanglich anspruchsvollen Leinwandspiegelungen mit lang anhaltendem Applaus, stürmischen Begeisterungsrufen und stehenden Ovationen.

 

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