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Quelle: stimme.de

Redakteur: Alexander Hettich

Artikel vom 28.05.2010


Die Stadtkapelle, hier eine Musikerin bei einem Altstadtfest-Auftritt, setzt zu den Heimattagen ihren eigenen Akzent. Foto: Archiv/ Alexander HettichEppingen - Eppingen ist Blasmusikstadt", sagt Rainer Nagel. Der Vorsitzende des Stadtkapellen-Fördervereins unterstreicht die Ausnahmestellung mit Fakten: Mehr als 500 Musiker zählt die Fachwerkstadt in sechs Vereinen. Anlass genug für die Kapelle, zu den Heimattagen einen eigenen Schwerpunkt zu setzen. Die Blasmusiktage am Wochenende, 5. und 6. Juni, schlagen den Bogen von Amateur-Ensembles zu Profis, von Marschmusik zu Pop und Partyklängen.

Große Bandbreite

Umsonst und draußen: Wenn der Musikverein Rohrbach am Samstag kommender Woche um 17.45 Uhr den Eröffnungsakkord der Blasmusiktage anstimmt, sind die Zuhörer auf dem Marktplatz gratis dabei. Um 19.15 betritt die Stadtkapelle die große Bühne vor der Alten Post mit einem klaren Anspruch: "Wir bieten Blasmusik, die man so nicht unbedingt kennt", kündigt Nagel an und versichert: "Wir machen Stimmung, da muss man nicht nach Stuttgart aufs Volksfest fahren." Am späten Abend rückt die Stadtkapelle dann ins zweite Glied und begleitet die Rock-Pop-Komposition "My World", die der Eppinger Percussionist Ralf Baumgartner eigens als Orchesterversion geschaffen hat. Dass Blasmusik sich prächtig mit Rock, Pop und Soul verträgt, will zum Ausklang des ersten Tages die Bruchsaler Band Cafe Wha beweisen. Überhaupt, so Nagel, geht es den Veranstaltern darum, "die ganze Bandbreite der Blasmusik" zur Geltung zu bringen.

Dass sich das Genre nicht in Märschen und Folklore erschöpfen muss, ist Teil des Erfolgsrezeptes bei der Stadtkapelle. Dort zählt die Hälfte der Aktiven zu den Jungmusikern. Trompete, Posaune oder Tuba stehen beim Nachwuchs hoch im Kurs. So sind die Blasmusiktage auch ein Schaufenster für die Vereine, um sich in Szene zu setzen. Mit der Feuerwehrkapelle Mühlbach sowie den Musikvereinen aus Kleingartach und Mühlbach geben am Sonntag zwischen 12.45 und 17 Uhr drei weitere Lokalmatadore den Takt vor.

Serenade

Zuvor geben sich die größten Talente der Region mit dem Verbandsjugendorchester Heilbronn die Ehre. Ihr Auftritt beginnt um 11 Uhr. Sind schon die Blasmusiktage in dieser Form eine Premiere, so betreten die Veranstalter am Sonntagabend endgültig Neuland. Das Serenadenkonzert des Landespolizeiorchesters, das sich ausschließlich aus Profis rekrutiert, ist die erste Musikveranstaltung dieser Art auf dem neu gestalteten Marktplatz. Dazu werden die Bierbänke beiseitegeräumt, Konzertbestuhlung sorgt für gehobenes Ambiente im Herzen der Fachwerkstadt. Das Serenadenkonzert ist der einzige Programmpunkt des Festivals, für den Eintritt zu bezahlen ist. "Wir geben Armbänder aus wie beim Jazz in der Alstadt", erläutert Günter Brenner, Heimattage-Organisator der Stadt. Rund 350 Zuhörer finden vor der Bühne Platz. Trennwände werden nicht aufgebaut. Rainer Nagel appelliert aber an die Musikfreunde, ihren Obolus zu entrichten. "Schließlich handelt es sich um ein Benefizkonzert."

Der Erlös fließt in die Nachwuchsarbeit. Verhungern muss niemand auf dem Marktplatz. Örtliche Gastronomen tischen Spezialitäten wie Trompetersteak auf. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. Musiziert wird bei jeder Witterung, betont Nagel: "Wir sind ja in Eppingen keine Warmduscher."

Karten für das Gastspiel des Landespolizeiorchesters gibt es für acht und vier Euro im Friseursalon Haargenau, bei Schneider-Optik und im Rathaus.

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