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Quelle: stimme.de

Artikel vom 06.10.2009


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Eppingen - Ganz einfach hatte es Jörg Kräuter als Kind nicht. Er ist mit Migrationshintergrund aufgewachsen, seine Großmutter hatte schwäbische Wurzeln. Da reicht es dann natürlich nicht für einen Besuch des Gymnasiums. Das ist klar, erzählt der Kabarettist im Ahnenkeller.

Humorvoll Heute fiele ihm das sicher einfacher, überlegt der Kabarettist - mit dem G 8. "Das ist ja wie ein Schnellkochtopf: erhöhter Druck auf junges Gemüse in kürzerer Zeit, und es ist gesünder." Mit seinem Programm "König von Baden - Teil 4" eröffnete der Bühler das Kerwewochenende beim Kerwekabarett im Ahnenkeller. Zum fünften Mal organisierte der Förderverein der Stadtkapelle diesen humorvollen Auftakt. Erst kam der Kerwerock, dann das Kabarett, erzählt der Vorsitzende Rainer Nagel. Nach vier Jahren Oderhähne sollte es nun aber etwas anderes werden. "Man hört immer nur von schwäbischem Kabarett, und wir dachten, da muss es doch auch was Badisches geben." Fündig wurde man in Jörg Kräuter.

Der redet zwar kein breites Badisch, aber das sei eben typisch Bühl, sagt Birgitt Reimold. "Ich geh da zum Friseur", meint sie augenzwinkernd. Kräuters Programm gefällt ihr sehr gut, doch als einen Teil der Kerwe erlebe sie den Abend nicht. "Wenn es wann anders gewesen wäre, wären wir dann gegangen", meint ihre Bekannte Mechthild Barth. Kerwe, das ist für die beiden Eppingerinnen vor allem der verkaufsoffene Sonntag, und da "gehe man als Eppinger auch hin".

Selbstironie Auch der Rest des Publikums amüsiert sich königlich, als Kräuter das Badnerlied als Hymne mit Schlagermitteln bezeichnet, das nicht nur als Schneckenvernichter in der Landwirtschaft, sondern auch als Druckmittel bei Polizeiverhören verwendet werden kann. Eine gute Portion Selbstironie mussten die Badener in den Ahnenkeller mitbringen, auch wenn Kräuter immer mal wieder gerne nach Württemberg stichelt. So sei eines seiner Lieblingsgerichte ein Württemberger Mountainbiker im Blätterteigmantel, die Rezeptur legte er gleich mit vor. Immer wieder geht es zur Generation 65 plus, die Berufsjugendlichen zwischen flügge und Krücke, die unter pubertärer Demenz leiden. "Das war so nicht vorgesehen von der Schöpfung, dass die 65 plus keinen Platz für die Jungen machen." Glorreich sind die Versuche, den badischen Dialekt, im hinteren Rachenraum gequetscht, linguistisch zu erklären oder seine Ode an den Kachelofen.

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