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Quelle: stimme.de

Redakteur: Simon Gajer

Artikel vom 05.05.2009


So schön ist Musik: Mädchen und Jungen der Bläserklasse der Grundschule im Rot zeigen ihren Eltern bei einem Vorspiel, was sie im Unterricht Tolles gelernt haben. Foto: Simon Gajer

Stadtkapelle - Kinder musizieren an der Schule in Bläserklassen, und das Ganze schulartübergreifend. Diese Initiative der Stadtkapelle Eppingen für den Schulhügel fand beim Kultusministerium Lob: landesweit einmalig. Über die Anmeldezahlen unterhielt sich Simon Gajer mit den Vereinsvertretern Rainer Nagel und Marko Vischer.

Wie ist die Resonanz auf die Bläserklassen, die im Herbst starten sollen?

Marko Vischer: Sie ist sehr gut. Als wir mit der Werbung starteten, stand das Telefon nicht still. Ähnlich war es bei Informationsveranstaltungen. Ein Beispiel: Am Gymnasium hatten wir vor, nur zehn Minuten zu reden. Am Ende dauerte es weit über eine halbe Stunde, weil das Interesse der Eltern sehr groß war und viele Fragen auftauchten.

Schlägt sich das in den Anmeldezahlen nieder?

Rainer Nagel: Wir haben am Campus bereits 48 Anmeldungen, das ist ein beachtlicher Anfangserfolg. Das Projekt wird anlaufen.

An allen weiterführenden Schulen?

Nagel: Das ist die Problematik an den Anmeldungen. Die Zahlen sind für uns erfreulich, reichen aber nicht aus, um an allen Schulen selbstständige Bläserklassen zu etablieren. Das hatten wir ja eigentlich vor. Unsere Aufgabe zusammen mit den Schulleitungen ist, die Bläserklassen nun zusammenzufassen. Dadurch haben wir die Chance, den Campusgedanken aufzugreifen.

Wie sieht es aus?

Nagel: Wir überlegen, alle Anfänger in einer Bläserklasse zusammenzufassen. Außerdem könnte eine Fortgeschrittenen-Bläserklasse bestehend aus Haupt- und Realschülern sowie Gymnasiasten gebildet werden, die bereits Erfahrung haben. Diese wäre gleichzusetzen mit dem Unterstufen-Campus-Orchester, das ohnehin geplant war. Vischer: Wir müssen gestehen, dass wir unser eigentliches Ziel nicht erreicht haben - eigenständige Bläserklassen an allen Schulen zu schaffen. Die Schulen stehen weiter hinter uns. Die Unterstützung durch die Schulleiter und die Fachlehrer ist nach wie vor gigantisch.

Das Kultusministerium lobt das Vorhaben als landesweit einmalig. Hatten Sie mit Startschwierigkeiten gerechnet, weil es etwas Neues ist?

Nagel: Als Startschwierigkeiten würde ich es nicht bezeichnen. Unser Konzept ist neu, so etwas muss sich erst etablieren. Dementsprechend werden wir es weiterverfolgen. Ziel bleibt es, mit den anderen Musikvereinen zusammen eigenständige Bläserklassen auf die Beine zu stellen. Spätestens übernächstes Jahr sollten wir soweit sein. Dafür brauchen wir in Eppingen auf dem Campus und in den Grundschulen 80 bis 90 Anmeldungen.

Sie legen Klassen zusammen. Planen Sie, das Konzept weiter zu ändern?

Nagel: Wir können flexibler sein. Eltern fragen, ob es auch für Viertklässler etwas gibt. In den ursprünglichen Plänen nicht. Doch jetzt könnte man darüber nachdenken, im Anfangsjahr den Viert- und den Sechstklässlern die Teilnahme zu ermöglichen. Wir können uns unter Umständen für ergänzende Instrumente öffnen, etwa Schlagzeug. Es können an den Grundschulen auch Kinder mitmachen, die ein Instrument spielen. Wir möchten kein Kind ablehnen. Allerdings passen in Bläserklassen keine Streich-, Zupf- oder Tasteninstrumente oder Sänger.

Ist es kompliziert, Kinder so vieler Schulen zusammenzubekommen?

Nagel: Die weiterführenden Schulen haben sich vor Jahren darauf verständigt, mittwochs die sechste Stunde freizuhalten - generell für für Arbeitsgruppen oder übergreifende Projekte. Vischer: Neben dem Klassenmusizieren muss in den Nachmittagsstunden auch der Instrumentalunterricht durch Lehrer der Musikschule organisiert werden. Es wird zwar nicht einfach sein, die Schüler unter einen Hut zu bekommen. Es wird aber machbar sein. Nagel: Die Bläserklassen werden beispielgebend sein für das Campus-Konzept an sich. Wir haben ein tolles Schulzentrum, an dem es so viele schulartübergreifende Angebote bisher nicht gibt. Das Interesse ist da, die Unterstützung der Schulleitungen und der Stadtverwaltung auch. Ich bin mir sicher, dass wir einen gemeinsamen Weg finden.

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